Einziartiger Grüner Karst

Die Gipskarstlandschaft ist ein in Europa einmaliger Naturraum in den Landkreisen Mansfeld/Südharz, Nordhausen und Osterode/Harz. Hier ist in zehntausenden von Jahren eine Landschaft mit enormer geologischer und biologischer Vielfalt entstanden. Es dominieren vor 255 Mio. Jahren im warmen Flachmeer abgelagerte weiße Gips- und helle Dolomitgesteine. Karst ist die unterirdische Entwässerung infolge Auflösung dieser Gesteine. Die Einhornhöhle bei Scharzfeld ist ein beredtes Zeugnis der geologischen Vorgeschichte, der eiszeitlichen Tierwelt, der Frühgeschichte des Menschen, der frühen Neuzeit und von bald 400 Jahren Forschungsgeschichte, an der so bekannte Namen wie Leibniz, Goethe und Virchow Anteil hatten. Der Harz mit all seinen Facetten ist ein Urlaubsparadies für Groß und Klein.

Die Südharzer Karstlandschaft, dem altehrwürdigen Gebirge unmittelbar vorgelagert, setztnoch eines drauf: ein Geheimtipp (noch) für den Touristen, geliebt von den Bewohnern, ein Augen- und Erlebnisschmaus für den stillen Genießer. Egal zu welcher Jahreszeit - wer einmal hier war, verfällt ins Staunen und Grübeln, wieso solch eine Landschaft so unbekannt ist. Ob im Frühjahr die schier unendlichen Teppiche von Buschwindröschen oder die duftenden Sternblüten des Bärlauchs, das frische Grün der weiten Buchenwälder und die blühenden Obstbäume, wohin das Auge blickt, man kann sich nicht satt sehen. 

Im 11. Jahrhundert begannen Landausbau und Entwicklung des Wirtschaftsraumes durch die Zisterzienser-Mönche des Klosters Walkenried. Das in den Bauernkriegen überrannte und z.T. wieder restaurierte Kloster ist heute eine bedeutende Konzertstätte und Museum ein Ausgangspunkt für Touren in die umgebende einzigartige Gipskarstlandschaft. Wer auf historischen Pfaden wandelt, findet Burgruinen inmitten eines dunklen Waldes wie im Märchen, Zeugen uralter heidnischer Bräuche, wie die Queste bei Questenberg, allerorten Spuren des jahrhundertelangen Bergbaus wie in Wettelrode, immer noch auf alte Weise untertage im Schaubergwerk erlebbar. In der anheimelnden Fachwerkstadt Stolberg/Harz fühlt man sich in längst vergangene Zeiten zurückversetzt, eine geprägte Silbermünze bleibt als Andenken übrig – der Beweis, dass es kein Traum war! Oder die wunderschönen, idyllischen Dörfer, in denen die Häuschen mit ihren liebevoll gepflegten Bauerngärten und das Vieh auf der Koppel doch noch von der heilen Welt künden…Für denjenigen, der es turbulenter mag, liegt die Rosenstadt Sangerhausen direktzu Füßen – die größte Rosensammlung der Welt und eine impulsierende historische Innenstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten bietet genügend Abwechslung. Zurück in der Natur finden sich zahlreiche Gelegenheiten, die eigentümliche Landschaft mit ihrer reichen Pflanzen- und Tierwelt zu bestaunen.

Zwei Gramm Gips lösen sich in einem Liter Regen- oder Grundwasser!  Es entstehen Karstphänomene in der Südharzer Gipskarstlandschaft: Bachschwinden und Karstquellen, Poljen, Höhlen, vieltausend Erdfälle; jährlich kommen ca. 20 hinzu. In ihnen sind oft kleine Teiche, Lebensräume für Amphibienund Libellen, Fledermäuse überwintern in den Höhlen. Im Sommer werden die Bäche und Flüsse, infolge des Versickerns in die Höhlen des Untergrundes, trocken. Höhlen, Quellen und verlandende Seen sind heute Fundplätze der frühgeschichtlichen Forschung.  

Der Schutz und die Erhaltung von Landschaften, Arten und der genetischen Vielfalt sowieein schonender Umgang mit den Ressourcen ist Grundlage für eine moderne regionale Entwicklung, damit auch nachfolgende Generationen diese Landschaft in all ihren Nuancen genießen können.

Zwischen dem niedersächsischen Walkenried und dem Thüringischen Ellrich, sind am „Himmelreich“ Highlights dieser Landschaft beim Wandern zu bestaunen. Der rund 235 km lange "Karstwanderweg Südharz" führt hier vorbei; er ist einer der vielgestaltigsten thematischen Wanderwege Deutschlands.

Ob in der Heimkehle, eine der größten Gipskarsthöhlen Deutschlands
,
oder entlang des Karstwanderweges, der sich über drei Bundesländer erstreckt, überall sind interessante Entdeckungen zu machen.